Als ich im April 2001 meine Jägerprüfung bestand, war eigentlich schon klar, dass jetzt nach gut 6 Jahren endlich wieder ein Hund ins Haus kommt!

Im Zwinger „von der Giechburg“ hat mein Großvater fast 30 Jahre Deutsch Drahthaar geführt und 13 Würfe herausgebracht. Der letzte Wurf war der M-Wurf aus „Dunja von Ratisbona“, die am 01.02.1995 eingegangen ist. Aufgrund des Alters meines Großvaters (81 Jahre) wurde kein neuer Hund mehr angeschafft.

Es gab keine Zweifel daran, dass ich einen Deutsch Langhaar haben musste. Und schuld daran war unser Jagdfreund, der mich während meiner Ausbildung zum Jungjäger sehr geprägt hat. Sein DL „Bautz“ überzeugte mich auf jeder Treibjagd genauso wie abends auf der Ansitzjagd. Und als er dann anfing im Winter auf den unzähligen Drückjagden die Sauen sauber zu sprengen und sie dann auch noch zu fangen, war ich absolut fasziniert. Leider verendete Bautz kurz nach einer Nachsuche auf einen Hasen mit knapp 9 Jahren.

Eika vom Marienbrink

Jedenfalls holte ich mir meine erste Deutsch Langhaar Hündin „Eika vom Marienbrink“ aus der Pfalz. So jetzt musste ich meine Hündin noch meinem Großvater vorstellen. Was der wohl sagen würde, wenn ich mit einem Deutsch Langhaar ankomme? Aber als echter Hundemann musterte er die Hündin nicht nach der Rasse, sondern was sie alles kann. Mein Opa war halt einfach ein Spitzenkerl. Aber eins war für meinen Opa schon wichtig… die Hundezucht! „Du musst dir nur einen Rüden aussuchen, der genauso gut ist wie deine Eika. Dann kann mit der Zucht gar nix schiefgehn“, hat er immer gesagt. Und je mehr Geschichten er von mir gehört hat, desto lieber wär es ihm gewesen, selbst mit der Eika auf Jagd zu gehn.

Meine Eika hat mich bisher auch nicht im Stich gelassen. Für die „rote Fährte“ habe ich gleich zwei super Nachsuchengespanne an der Hand (Im Nachbarrevier). Also war mir klar, dass ich da keine großen Ambitionen in die Schweißarbeit legen brauche. Außerdem sind in unserem Revier die Schützen äußerst zuverlässig, und bei ein bis zwei Nachsuchen im Jahr sind die Nachsuchengespanne dankbar für eine echte Naturfährte!

Die Niederwildjagd ist da schon eher was für uns beide und wenn unterm Jahr Elstern, Krähen und Co. vom Himmel fallen ist, das doch eine gute Übung für den Herbst. So ist meiner Eika noch kein Hase und kein Fasan ausgeblieben, der in der Schrotgarbe gezeichnet hat. So gern hätte ich doch den Verlorenbringer in meiner Ahnentafel stehen. Aber entweder sind die Schützen zu gut oder kein Richter zur Hand. Egal, ich weiß was ich an meiner Eika habe und meine Jagdfreunde von denen wir regelmäßig eingeladen werden, wissen den Finderwillen auch sehr zu schätzen. So gibts bei uns auf fast jeder Treibjagd in der Mittagspause und nach dem Signal „Hahn in Ruh“ erstmal die Nachsuchen, sofern welche anfallen. Die Mittagspause können wir oft erst beim nächsten Anstellen oder in der nächsten Streif zu uns nehmen und oft sitzen alle anderen beim Schüsseltreiben, während wir die Strecke vollzählig machen! Aber hätten wir keinen Spaß an dieser Arbeit, wären wir auch nicht das Team, das wir heute sind.

Ich bin dankbar für:

Als junger Hundeführer bin ich natürlich auch auf die Hilfe von außen angewiesen und bin über das Mitarbeiten meiner Eltern – vor allem wenn ich nicht zu Hause bin, äußerst dankbar! Dieses war natürlich der Grund für meine Entscheidung für den Deutsch Langhaar gewesen.

Das Wesen der Deutsch Langhaar! Meine Eika ist in diesem Punkt absolut zweigeteilt. Im Zwinger, Haus und Hof ist sie absolut ruhig und gelassen, genauso wenn wir privat unterwegs sind. Und wenn ich nur meine grüne Hose anziehe, ist sie in dem Augenblick, wo sie mich sieht von 0 auf 180 und steht schon voll im Jagdfieber. Und wehe, ich nehme sie nicht mit auf Jagd… Ich denke das genau dieses Wesen mehr und mehr in die Jägerhaushalte einziehen wird. Gerade bei Familien wird ein Hund gebraucht, der daheim nicht auffällt und im Jagdeinsatz jedes Raubtierzeug abtut und auch einen starken Rehbock niederziehen kann oder starkes Hochwild stellt.

Ich wünsche allen meinen Jagdkollegen ein langes Jägerleben und große Zufriedenheit mit ihren vierbeinigen Jagdhelfern.

Weidmannsheil, Sebastian Bächmann